Lager Bad Muenster am Stein /

Ebernburg

15.09. - 17.09.2006

 
   
 

... Erbarme, ZU SPÄT ! die Oberhesse komme (oder die BeLAGERung der Ebernburg )

 

So, oder ähnlich, könnte man die ersten Worte zu diesem Lagerbericht formulieren. Oder auch: Sie kamen langsam, aber gewaltig, denn unsere Gruppe rückte in zwei Angriffsphasen vor: Erste Gruppe am frühen Mittag, während der zweite Vorstoß, minutiös geplant, am frühen Abend erfolgte.

Damit kamen wir der Einladung des Kriegerclans Rheinhessen, am Lager in Bad Münster am Stein ( auch bekannt als Ebernburg ) teilzunehmen nach. Wir waren als Gäste geladen und das kann man mit Recht sagen, wir fühlten uns mehr als erwünschte Gäste in gutem Hause, sondern mit Recht als Verbündete ( was gut ist, wenn man eine Burg belagert ! ).

Nachdem Nikardus und sein Weib am Lagerplatz eintrafen, wurden wir sogleich von Jürgen aus O. (auch in Hessen ) und seiner Gattin begrüßt (wie war das: Die Hesse komme ! ). Nachdem uns Markus von Hammel und Carmen von Storck ebenfalls begrüßt hatten, bekamen wir unseren Lagerplatz zugewiesen. Eine kurze Absprache mit Jürgen aus O. und wir begannen sofort, Gräben auszuheben, das Lager aufzubauen, Befestigungen zu errichten und Stollen für die bevorstehende Belagerung der Ebernburg auszuheben - na gut, eigentlich haben wir nur das erste Zelt gestellt, das Grüne, um genau zu sein. Wir konnten uns Zeit lassen und unseren ersten Vorstoß bedacht und hart ausführen. Unser Pferd ( heißt Polo, ist auch grün ) wurde auf dem dafür vorgesehenen sehr sehr entlegenen Platz in den Stall gestellt. Nikardus vermutete, dass der Platz aus Sicherheitsgründen so entlegen sein mußte, damit a) kein feindliches Katapultgeschoß unsere Transportpferde beschädigen oder b) keine räuberischen Ebernburger unsere Rösser entwenden können. Vielleicht auch einfach nur wegen der Merkwürdigkeiten der Welt.

Dann begann das Warten.

Der zweite Vorstoß unserer Gruppe rückte an. Das nächste Zelt aufgebaut, Sonnensegel dazwischengespannt und fertig. Hierbei erwies es sich als Glücksfall, einen Schmied als Nachbarn zu haben (auch wenn er geringen Standes war, was sich in öffentlichem Rülpsen, Furzen und in die Hecke Pinkeln äußerte ), denn er half uns netterweise mit Heringen aus ( nicht die miefenden, sondern handgeschmiedeten, nicht mundgeblasen ). Natürlich durften sich unsere Lagerweiber beim Dekorieren und "Ambienteschaffen" austoben ( das schafft Frieden im Lager ! )

Zwischendurch kamen ein paar "Aktive", welche ebenfalls an der Stelle, an der wir bereits die Belagerung eröffnet hatten, ihr Lager aufschlagen wollten, ob des Platzmangels aber anfingen zu maulen und zu schimpfen. Ein bärtiger, klein-beleibter Mann ( Weihnachtsmann ?? ) sowie ein bärtiger, schlank-großer Mann ( Rübezahl ?? ) besahen sich das Spektakel, wurden etwas unwirsch und stürmten los, sich bei Herrn von Hammel zu beschweren. Die Gruppe "Aktiver" verließ angesäuert den Platz ohne "Aufwiedersehen". Wir sagen "Danke" dafür, das ist nicht höflich und eigentlich eine Beleidigung, aber wir nehmen es gelassen. Schließlich kam der nächste Trupp Aktive, um uns als Nachbarn der Belagerung beizustehen. Dass sich, wie schon gesagt, ein Schmied unter jenen befand, sahen wir als ein gutes Zeichen für ein Gelingen der Belagerung. Der nette Mann stellte sich als "Schmied" vor, der aus Pirmasens kommt, was sehr mittelalterlich ist, denn kaum ein Schmied des frühen und beginnenden Hochmittelalters ist uns bis heute namentlich bekannt ( besonders die Schmiede aus Pirmasens nicht ).

Die Zeit der Belagerung verbrachten wir mit Essen, frühem Schlafen, Herumlungern, Unterhaltungen führen, Kraut orientalisch rauchen, würzig Wein probieren, Handarbeiten undsoweiter. Dabei konnten wir so manch alten Bekannten wiedersehen ( Hi Jürgen, alte Kampfsau ! Hallo Denni ), einem Show-Turnier-Schauspiel beiwohnen ( es blieb uns ja nichts anderes übrig, es fand ja direkt vor unserer Haustür statt ) und eine echte "freefight"- Schlacht mitansehen. Alleine vom Schauspiel konnten wir nichts sehen, nur sehr viel hören und mußten uns ( gezwungenermaßen ) vorstellen, was auf dem Showplatz so alles passiert.

Ab und an gelang uns ein Vorstoß in die Stadt Ebernburg, wir zogen aber ohne viel Beute ab, da wir vom Beuteangebot doch etwas enttäuscht waren - manchmal nimmt man eben an Belagerungen teil, um alte Bekannte zu treffen und die Atmosphäre zu genießen und nicht Beute zu machen; ist sowieso nur was für Söldner und einfaches Volk ! Außer einer Lanzenspitze ( muß wohl von einer vergangenen Schlacht stammen ) und ein paar Mitbringsel für die Erbin konnten wir also nichts erbeuten, aber die Ehre wurde gerettet ! Wie ?

Sehet selbst :

     
 
... unser Lager ...
 
     
 
     
 
     
 
     
 
... unser grünes Zelt ...
 
   
 
.... unser rot-weisses Zelt ...
 
     
 
     
 
     
 
... weitere Lagerimpressionen ...
 
     
 
     
 
   
 
... das Bogenturnier (1. Tag )...
   
 
Nun, am ersten Tage des Lagers grassierte die fiebrige und meist tödlich verlaufende Grippe unter den Männern der Bogenschützenkompanie, sodass sie ziemlich danebenschossen.
 
 
   
 
... romantische Abendstimmung ...
 
     
 
   
 
     
 
     
 
... "Handarbeiten" ...
 
     
 
     
 
     
 
... "The Tribalsisters"...
 
     
 
... Kamesh ...
 
     
 
... HadaraH ...
 
   
 
... Orientchilling ...
 
     
 
   
 
... das Bogenturnier ( der 2. Tag ) ...
   
 

Am zweiten Tage jedoch, erholt und von den Weibern aufgestachelt, vermochte es die Bogenschützenkompanie ( bestehend aus Stefanus, dem Bogner ! ) den ERSTEN, jawoll, den ALLERERSTEN Platz unter allen Schützen ( aus aller Herren Länder ) zu ergattern. Und das, obwohl seine Ausrüstung gelitten hatte ( wo isn mein Tap ?? ) und unser Schütze mit "Ersatzhandschuhen" des Ritters auskommen mußte. Also: GRATULATIO UND APPELATIO !! Wir verneigen uns vor Deinem Können und Talent !

Ein Tipp für angehende und/oder nacheifernde Bogenschützen: Der außerordentliche Erfolg unseres Meisterschützen ist wahrscheinlich auf die verordnete Hutpflicht zurückzuführen - unser Bogenschütze trug nämlich im 2.ten Anlauf des Turniers den vorschriftmäßigen Hut, Typ "Robin-Hood-Loxley-of-Sherwood-Forest", welcher serienmäßig ein unsichtbares Zielfernrohr mit Fadenkreuz eingebaut hat ( stammt schließlich aus den Beständen des britischen Geheimdienstes ), welches unter Berücksichtigung der Wind- und Entfernungsverhältnisse die exakte Flugbahn mit Hilfe von Wahrscheinlichkeitsrechnungen, Geometrie und Algebra errechnet und das Schießen enorm erleichtert. Also: "Robin-Hood-Loxley-of-Sherwood-Forest"- Hüte tragen und Schießen wie ein Ass ! Hierbei ist auch eine typische Barttracht hilfreich sowie der Genuß von Nougat-Creme zum Frühstück. Weniger ernst zu nehmende Wissenschaftler schreiben auch Training und Können eine entscheidende Bedeutung zu, aber das ist natürlich Unsinn !

Es muss wohl an diesem Ruf liegen, dass man uns so fürchtet !

   
 
... unser Meisterschütze ...
 
     
 
... die wohl verdiente Siegespfeife danach ...
 
   
 
... und auf zum nächsten Turnier !
   
 

Unser Dank gilt besonders:

Markus von Hammel und dem gesamten Kriegerclan Rheinhessen für die Einladung und das schöne Namensschild ( wir sind voll des Lobes ),

unserem Nachbarn Jürgen aus O. vom Kriegerclan zu Lich für die freundliche Unterstützung beim Feuermachen ,

unserem Nachbarn Jürgen T. vom Kriegerclan zu Lich für den mächtig glühenden Klotz,

unserem Nachbarn, dem "Schmied" aus Pirmasens für die spontane Heringshilfe,

Swetlana und Carmen vom Kriegerclan Rheinhessen für ihr Lob ( "einen Guten Morgen an die Schöner-Wohnen-Fraktion", so etwas hört man natürlich gerne ),

Stefanus für sein unglaubliches Talent und Können, das Lange in das Schwarze zu bekommen ( wir verneigen uns vor Dir ),

Stefan und Nikolai, die Verpackungskünstler, ja, ihr habt wirklich wieder alles ins Auto geladen bekommen ( da wurde jeder Quadratmillimeter ausgenutzt ),

dem Herrn, Thor, Odin und wie sie alle heißen für gutes Aufbauwetter und gerade noch rechtzeitig einigermaßen trockenes Abbauwetter,

uns vier für gute Teamarbeit, perfektes Timing, ein wirklich entspanntes, wunderschönes Wochenende in einer atemberaubenden landschaftlichen Atmosphäre,

gerne wieder, super lagergeeignet, reibungsloser Auf- und Abbau, blitzschneller Versand äh Verpackung, A+++++

 

weitere Informationen unter:

www.vg-bme.de

www.bad-muenster-am-stein.de

www.kriegerclan-rheinhessen.de

 

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