Lager Klosterfest Pfaffen - Schwabenheim

05.08. + 06.08.2006

   
 

Nachdem wir bisher dieses Jahr aus beruflichen Gründen auf aktives Lagern verzichtet hatten, konnten wir es uns nicht nehmen lassen, die Chance beim Schopf zu packen und zu einer Pilgerfahrt ins Rheinland aufzubrechen. Pilgerfahrt ist vielleicht das richtige Wort, denn das Ziel der Reise hieß Pfaffen - Schwabenheim. Wie der Name schon vemuten lässt, handelt es sich um ein Dorf, das als Ansiedlung um ein Kloster gegründet wurde. Man kann sehr schön die Reste der wunderbaren alten Kirche sehen, wo natürlich, wie so oft im Lande mit "moderneren" Elementen um- und angebaut wurde. Ach ja, und Mönche oder Bräute Christi (Nonnen oder Ordensschwestern ) gibt es dort auch nicht mehr, wie mir der in der Klosterkirche tätige Pfarrer bestätigte.

Genug des Geredes !

Zwei Herren, zwei Damen und zwei Kinder machten sich somit auf den Weg zur heiligen Stätte ins Rheinische. Dabei hatten wir ein großes und eine kleines Zelt, Typ Normanne, sowie ein herrschaftliches Landsknechtzelt und ein großes Sonnensegel, auch Baldachin genannt - man will ja nicht in der prallen Sonne sitzen und braun werden ( Pfui ) oder schlimmer noch im Regen ( ih, Wasser ). Hier sei erwähnt, dass das Zelt "kleiner Normanne" ( natur - bordeaux ) weder so klein ist wie sein Name und zudem in völliger Eigenarbeit entstanden ist, also kein gekauftes Zelt. Hiermit hat Stefan bewiesen, dass man durchaus sein Zelt selbst bauen kann, wenn man bereit ist, die Zeit zu investieren und diese Zelte den gekauften Zelten in nichts nachstehen ( Hm, abgesehen von der Imprägnierung, aber da tüftelt Stefan bereits an einer Lösung ). Wir sind voll des Lobes !

Sagte ich vier Leute und zwei Halbe ? Jawohl.

Mit Hilfe eines Leihbusses ( Danke Papa Egold, Danke Mama Egold ) schafften wir all unsere ausgewählte Habe nach Pfaffen - Schwabenheim und bauten dort an uns nicht ganz zugewiesener Stelle auf. Gut, erstens haben wir nicht alles mitnehmen können ( ja, da geht noch was ! ) und zweitens haben wir unbedingt alles an einer Stelle aufbauen wollen, also nicht ganz den Planern des Lagers ( Markus sei gegrüßet ) entsprochen aber ein schönes, einheitliches Bild abgegeben. Und weil wir eben nicht so viele waren, haben wir in zwei Etappen aufgebaut und das letzte Zelt erst Samstag früh stellen können.

Es war sehr nett vom Herrn, uns trocken aufbauen und abbauen zu lassen, doch er prüfte uns hart mit vielen Regengüssen und heftigen nächtlichen Gewitterschauern. Unser Lager hat alles gut überstanden, abgesehen von der nicht ganz funktionstüchtigen do-it-yourself-Imprägnierung ("Stefan, hier regnet's rein - Was ? Wo ?") und einem gebrochenen Mast des Sonnen- ähm Regensegels. Das Landsknechtzelt hielt dicht, ebenso das normannische Schiff, das nur an den ungeschützten Seiten dem Regen Einlass gebot. Besonders erwähnt sei hier das starke Gewitter des nächtens, das den Damen Angst, den Herren Arbeit brachte und den Kindern den Schlaf nicht rauben konnte (Ätsch, unsere Kinder sind härter als zornige Unwetter ) !

Ebenso glaube ich, dass es manchem in Erinnerung geblieben ist, dass der ritterliche Herr im Untergewande ( also oben nackend, unten Bruche und Beinlinge ) verzweifelt gegen das Abendgewitter focht ( das hatte so etwas von dem Manne in der Müllermilchwerbung ! Nicht schlecht, Herr Specht ! Anmerkung von Deiner Frau ).

Tagsüber war es dementsprechend ruhig, auch ob der schönen Lage, die uns scheinbar durchaus geneidet wurde. Dabei waren wir fast die letzten, die in Pfaffen - Schwabenheim aufgebaut haben ( Dank dem spontanen Fieber der kleinen Luca ). Also allen Neidern zum Trotze: Wir nahmen, was man uns gab ! Den Besuchern gefiel unser Lager sehr gut, sicher auch wegen der Atmosphäre ( ja, darauf verstehen wir und unsere Mädels uns sehr gut ), den Zelten, der alten Eiche und dem Lagerfeuer, welches, wie sich manch ungläubiger Besucher überzeugen konnte, "echt" war !

Doch sehet selbst :

 
... unser Lager ...
 
     
 
     
 
     
 
... das grüne Orientzelt ( großes Normannenschiff ) ...
 
     
 
     
 
... das schwarz-grüne Herren-Zelt ( der Landsknecht )...
 
     
 
... das natur-bordeauxrote Zelt ( der kleine Normanne ) ...
 
     
 
     
Wir kochten ein lecker Süpplein, welches zwar gesund, aber auch wegen der Prunksucht des ritterlichen Herrn Nikardus etwas pfeffrig war ( man gibt halt an, wieviel Geld man hat, indem man den kompletten Pfeffer in die Suppe wirft ). Viel Zeitvertreib jedoch ( wie Bogenbauen oder Kleidung herstellen usw.) blieb uns nicht, denn es galt, doch dauernd was zu tun, um das große Lager in Schuß zu halten ( Holz ist alle, Feuer geht aus, kein Wasser da, Zelte abspannen, hängen durch, Spülen, Tisch decken, Hilfe, es regnet schon wieder...). Alles ein bißchen viel für viereinhalb Personen, so sehr auch jeder half. Ja, ohne Magd und Knecht bleibt ein Specht ein Specht.
   
 
... ein würzig Süpplein ...
 
   
 
     
 
... "Männerarbeit" ...
 
     
 

Und dann war da ja auch noch die Lehnspflicht. Die Recken Stefan der Bogenschütze und Nikardus der Ritter mußten den Kirchgang bewachen, also die Besucher des morgendlichen Gottesdienstes sichten und gegebenenfalls darauf hinweisen, dass das Mitbringen von Schwertern, Dolchen, Äxten in Kirchen nicht gestattet sei. Bis auf einen kleinen Ritter ( sah halt nicht gefährlich aus ) und einen Bürgermeister haben sie auch keinen Bewaffneten reingelassen. Ach ja, und Hatto, der Erzbischof kam zuletzt und auch ohne Mordwerkzeug, dafür aber mit Weib ?

Dem Pfarrer gaben wir zu verstehen, dass gefälligst für Sonnenschein zu beten sei, und das man das ja auch schon vor 1-2 Tagen hätte tun können, worauf derselbige antwortete, dass man das ja schon getan hätte, was offensichtlich nicht gewirkt hat, dann aber am Sonntag doch ( manchmal muss man auch bei Gottesdienern für Nachdruck sorgen, gut Ding braucht Weile ! ).

   
 
... "Gottes Diener"...
 
     
 
 
... Orientchilling ...
 
     
 
... Tribalgirls...
 
   
 
   
 
   
 
     
 
   
 

Zum Abschluss möchten wir noch darauf hinweisen, dass wir die Ursache für das bisweilen schlechte Wetter auszumachen glauben: Es muss wohl an einem gewissen Erzbischof Hatto liegen, der unfreiwillig Mäuse züchtete und zudem des öfteren den Antichristen beschworen hat und das auf der Bühne vor Publikum ( der Name des Antichristen soll auf dieser Seite wegen vermeintlicher Regengefahr nicht genannt werden, Anm. des Autors ). Dessen jedenfalls waren sich unsere Kinder sicher !

Also rundum ein gelungener Familienausflug in den Sommerferien mit allem, was dazugehört: Spannung, Spiel und ... Pfeffersuppe !

Unser Dank gilt besonders:

Markus von Hammel (nicht Hammeln), für die Einladung, namentliche Erwähnungen usw. und für seine ungeduldige Geduld sowie dem Kriegerclan Rheinhessen, unseren Nachbarn, insgesamt, für Toleranz und Offenheit Oberhessen gegenüber ( vielleicht das nächste Mal ein bißchen näher, auch da will gut Ding Weile haben ),

Rainer und Annette für das Verleihen Ihres Großraum-Busses ( echten Dank und Kuss dafür !! ),

Sasch für das Lagerbrot,

Carmen von Storck ( nicht Storch ) fürs Babyberuhigen und Babytupfen,

Herrn L. von den E.H. fürs beleidigte Würstchen,

den nicht so zahlreichen, aber dafür fast durchweg netten Besuchern fürs Besuchen,

Pfarrer und Kloster Pfaffen-Schwabenheim für gutes Auf- und Abbauwetter,

dem Herrn für gutes Auf- und Abbauwetter,

Thor, Odin und wie sie alle heißen für gutes Auf- und Abbauwetter,

alle die wir vergessen haben für gutes Auf- und Abbauwetter,

den Pferden fürs Düngen unserer Lagerwiese,

dem nassen Rindenmulch, dass er doch als Feuerholz getauget ( Hüstel ).

 

 
     
 

weitere Informationen unter:

www.kriegerclan-rheinhessen.de

www.foerdergemeinschaft-pfaffen-schwabenheim.de

 

zurück