Betriebsausflug der

Europafachhochschule Fresenius,

Burg Schwalbach

25.06.2005

 
   
 

An einem sonnigen, heißen und ebenso windigen Samstag wollte in einem fremden weit entfernten Lande auf der Burg zu Schwalbach eine ausgewählte Gruppe der Europa-Fachhochschule Fresenius zu Idstein einen gar mittelalterlichen Tag verbringen. Ausgewählte Gruppe heißt: Der Präsident (im Mittelalter hätte man da wohl Graf oder so gesagt), Chef der Chemiker und Ergotherapeuten, Dozenten aller möglichen Fachrichtungen, sämtliche Damen des Teilnehmerservice sowie der Haustechniker (im Mittelalter wohl Schmied, Zimmermann, Schreiner, Nachtwächter undsoweiter).

Da die Mitarbeiter der Fachhochschule fast ausnahmslos junge und aktive Personen sind (naja eben nur fast), war ein "Historischer Wettstreit" geplant, so dass sich die Recken und edlen Damen im Nageln, Dreibeinlauf, Weitwurf mit dem Baumstamme, Zielwerfen mit Axt und Wurfeisen und vielem mehr messen konnten.

Nach einem kurzen Umtrunk wurde pünktlich um 16:00 Uhr begonnen. Um die Herren und Damen noch mehr anzuspornen, wurden sie in drei Gruppen geteilt (...die Gruppennamen sollen an dieser Stelle nicht genannt werden, klangen diese doch gar zu seltsam in den Ohren). Die Recken und Maiden begannen sogleich eifrig, ihre Geschicklichkeit, ihren Mut und ihr Können unter Beweis zu stellen.

Beim Nageln bewieß manche holde Jungfer, dass man es auch sehr lange tun kann, das Nageln nämlich, mit dem Hammer. Hier wäre fast Weltrekord in der "Ich-treff-den-Nagel-und-hau-ihn-doch-nicht-in-den-Stamm"-Disziplin erreicht worden. Recke Stefan wiederum zeigte, dass ein echter Kerl einen Nagel mit zwei Schlägen ins Holz versenken kann.

Hingegen konnten die Damen beim Hindernislauf zeigen, wie geschmeidig sie sind und das noch besser bewältigen als mancher wortlaute Recke ("Ha, bin gleich durch"), selbst wenn sie mit ihren Röcken kämpften (hatten wir nicht vor der Veranstaltung erwähnt, dass man und auch frau sportliche Kleidung tragen sollte...). Beim Hindernislauf steht der Teilnehmer vor einem Gewirr aus Seilen, an denen Glöckchen befestigt sind. Zudem liegen noch rohe Eier auf dem Boden. Aufgabe des Teilnehmers ist es, durch das Gewirr aus Schnüren, einen Weg zu finden, ohne Glöckchen läuten zu lassen oder Eier zu zertreten. Ansonsten wird die fiktive Wache aufgeschreckt, es wird Alarm gegeben und der Angreifer/Teilnehmer muss sich mit übelgelaunten Burgwachen herumschlagen, bevor er in die Jauchegrube, den Burggraben oder in den Hundezwinger geworfen wird. Ähm, letzteres ist eher, was sich der Teilnehmer vorstellen sollte.

Beim Axt- und Messerwerfen ergab es sich, dass auch hier die Damen nicht so ohne sind, jedoch die Recken das irgendwie besser können und gar nicht mehr aufhören wollen ("können wir nicht nochmal ?"). Sebastian blieb jedoch wortkarg (wieso sollte er auch sonst den Beinamen, der Schweigsame, verdienen ?) und außerdem eisern - jeder nur drei Versuche.

Entgegen der Gewohnheit des Tapferen Martin, wurde der Schwierigikeitsgrad der Disziplin "Baumstammwerfen" dadurch ehöht, dass bergauf geworfen wurde. Zum Glück versuchte niemand, auf Sebastian zu werfen, um an seinen prachtvollen Köcher und den Bogen zu kommen.

Nach vielen weiteren Heldentaten hatte sich ein jeder das große Rittermahl verdient. Außerdem knurrte so manchem lautstark der Magen. Auch die drei Recken, welche den Wettbewerb so trefflich geleitet, nahmen an der Tafel Platz. Sie mußten leider den ersten Gang des schmackhaften Mahles unversucht lassen, da sie mit den Aufräumarbeiten nach dem Wettbewerb noch eine Weile zu tun hatten.

Wie es sich für einen anständigen Wettbewerb gehört, wurden die Siegerinnen und Sieger natürlich nach dem Mahl geehrt und in passende Gewandungen gesteckt.

Manch einer muss wohl ob des schönen Tages, dem Weine reichlich zugesprochen haben, da es wohl einige Herrschaften gab, welche die Treppen der Burg schneller hinter sich brachten, als allgemein üblich ("Aua, das hat weh getan").

Alles in allem ein sehr schöner Tag, sowohl für die Teilnehmer als auch für die Organisatoren. Und die Nicht-Gewinner des Wettbewerbes waren doch auch Gewinner an Spass, Freude und vielleicht auch an Wissen über das Mittelalter etwas reicher.

Wohlan, sehet selbst:

 
 

Die drei Recken der Burg Schwalbach

(von links nach rechts):

Sebastian, der Schweigsame

Martin, der Tapfere

Nikardus, der Gerechte

Sebastian, der Bogner, gibt Martin Rückendeckung

 

   
 
 

Per Münzwurf muss die Holde entscheiden,

ob Betriebsrat oder Chef den ersten Schlag am Nagelbaum tut

 
     
 
 
Das Werfen mit den Eisen bereitete den Damen offenbar Vergnügen
     
 
   
ein Knappe erhält sein (sehr) knappes Knappengewand
     
 
 

Wenn der Helm nicht paßt, wird er passend gemacht

Ein tapferer Ritter empfängt seine Weihe
     
 
  Knappe, Edeldamen, Recken und Narr lassen sich von Martin unterweisen
Nikardus verleiht jedem Sieger seine Ehrung
   
 
 
Nikardus von Buchenstein beweist beim Verlesen der Urkunden, dass er des Lesens mächtig ist, ungläubig vom Tapferen Martin und Sebastian dem Bogner beäugt.
   
 
Die Fotos wurden uns freundlicherweise von der Europafachhochschule Fresenius zur Verfügung gestellt.
  Weitere Informationen unter:

www.fh-fresenius.de

www.burg-schwalbach.de

 

 

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